Zwei Namen, die über viele Jahre zum WWE-Kader gehörten, sind plötzlich aus dem aktiven Roster verschwunden. Robert Roode und Titus O’Neil werden auf der offiziellen WWE-Website inzwischen als Alumni geführt. Ein Abschied von WWE ist damit allerdings nicht automatisch verbunden.
- Robert Roode steht seit 2022 nicht mehr für WWE im Ring
- Roode arbeitet inzwischen hinter den Kulissen für WWE
- Vom „Glorious“-NXT-Champion zum Producer
- Auch Titus O’Neil verschwindet aus dem aktiven WWE-Roster
- Titus O’Neil machte sich weit über Wrestling hinaus einen Namen
- Eine Rückkehr hatte Titus O’Neil trotzdem nicht ausgeschlossen
- Gleicher Bereich, völlig unterschiedliche Wege
Gerade bei Roode zeigt sich, warum die Änderung auf WWE.com mit Vorsicht eingeordnet werden muss. Der ehemalige NXT Champion steht zwar schon seit mehreren Jahren nicht mehr im Ring, arbeitet aber weiterhin hinter den Kulissen als Producer für WWE. Auch bei Titus O’Neil gibt es bislang keine Bestätigung, dass sich an seiner Verbindung zum Unternehmen grundsätzlich etwas geändert hat.
Die Anpassung dürfte deshalb vor allem eines widerspiegeln: Beide spielen schon lange keine aktive Rolle mehr als Wrestler.
Robert Roode steht seit 2022 nicht mehr für WWE im Ring
Bei Robert Roode kommt der Schritt kaum überraschend. Der inzwischen 50-Jährige bestritt sein bislang letztes Match bereits am 25. Juni 2022 bei einer WWE-Houseshow gegen Omos.
Danach wurde aus einer längeren Pause ein gesundheitlich bedingter Einschnitt in seiner Karriere. Roode hatte über Jahre Probleme mit seinem Nacken. Ende 2022 und im Frühjahr 2023 musste er sich innerhalb weniger Monate gleich zwei Operationen an der Halswirbelsäule unterziehen. Dabei wurden zunächst die Wirbel C5 und C6, später C4 und C5 miteinander versteift.
Eine Rückkehr wäre medizinisch später sogar noch einmal möglich gewesen. Im Februar 2024 erklärte Roode im Gespräch mit Chris Van Vliet, dass er wieder die Freigabe für den Ring erhalten habe. Eine erneute Vollzeitkarriere schloss er zu diesem Zeitpunkt allerdings praktisch aus.
Stattdessen hatte Roode längst eine andere Aufgabe gefunden.
Roode arbeitet inzwischen hinter den Kulissen für WWE
Seit dem SummerSlam-Wochenende 2023 arbeitet Robert Roode als Producer für WWE. In dieser Rolle ist er an der Vorbereitung und Umsetzung von Matches und Segmenten beteiligt und unterstützt die Wrestler hinter den Kulissen.
Roode selbst machte 2024 deutlich, dass er mit dieser Entwicklung zufrieden ist. Die Arbeit als Producer sei ohnehin etwas gewesen, das er sich für die spätere Phase seiner Karriere vorstellen konnte. Einen weiteren kompletten Run im Ring hielt er dagegen für unrealistisch.
Auch aktuell wird Roode weiterhin unter den WWE-Producern geführt. Seine Verschiebung in den Alumni-Bereich sollte deshalb nicht als Hinweis darauf verstanden werden, dass er WWE verlassen hat.
Vielmehr scheint die Website nun klarer zwischen Robert Roode als ehemaligem aktiven Wrestler und Robert Roode als Mitarbeiter hinter den Kulissen zu unterscheiden.
Vom „Glorious“-NXT-Champion zum Producer
Damit endet zumindest auf der Roster-Seite ein bemerkenswertes Kapitel.
Roode kam 2016 nach einer langen und erfolgreichen Karriere außerhalb von WWE zum Unternehmen und wurde schnell zu einem der prägenden Namen der damaligen NXT-Ära. Mit seinem „Glorious“-Entrance und seiner Darstellung als selbstbewusster Veteran entwickelte er sich innerhalb weniger Monate zu einem der Topstars des Brands.
Bei NXT TakeOver: San Antonio gewann Roode 2017 gegen Shinsuke Nakamura die NXT Championship. Nach seinem Wechsel ins Main Roster folgten unter anderem die United States Championship sowie Tag-Team-Titel bei Raw und SmackDown. WWE listet außerdem einen Run als 24/7 Champion in seiner Titelhistorie.
Vor allem seine Zeit gemeinsam mit Dolph Ziggler dürfte vielen Fans aus seinen letzten aktiveren WWE-Jahren in Erinnerung geblieben sein.
Ein offizielles Karriereende hat WWE mit der jetzigen Änderung allerdings nicht verkündet. Roode selbst hatte schon 2024 durchblicken lassen, dass der Wunsch nach einem letzten Match grundsätzlich nachvollziehbar sei, seine aktive Karriere aber faktisch weitgehend hinter ihm liege.
Auch Titus O’Neil verschwindet aus dem aktiven WWE-Roster
Etwas anders liegt der Fall bei Titus O’Neil.
Auch der ehemalige Tag Team Champion hat seit Jahren kein reguläres Match mehr bestritten. Sein bislang letzter Auftritt als Wrestler datiert aus dem November 2020. Trotzdem blieb Titus in den vergangenen Jahren regelmäßig Teil der WWE-Welt.
Seine Rolle verlagerte sich nur immer stärker weg vom Ring.
O’Neil tritt seit langer Zeit als WWE Global Ambassador auf und repräsentiert das Unternehmen bei gesellschaftlichen, wohltätigen und öffentlichen Veranstaltungen. Noch deutlich nach seinem letzten Match bezeichnete WWE ihn selbst weiterhin ausdrücklich in dieser Funktion.
Gerade deshalb wäre es auch hier voreilig, die Verschiebung in den Alumni-Bereich mit einem kompletten Abschied von WWE gleichzusetzen.
Titus O’Neil machte sich weit über Wrestling hinaus einen Namen
Als Wrestler wurde Titus O’Neil vor allem durch seine Zeit mit Darren Young bekannt. Gemeinsam bildeten beide die Prime Time Players und gewannen 2015 die WWE Tag Team Championship.
Später entstand mit Titus Worldwide eine weitere Gruppierung um O’Neil. 2019 schrieb er außerdem ein kleines Stück WWE-Geschichte: Bei der Einführung der 24/7 Championship sicherte er sich als erster Wrestler überhaupt den neuen Titel. Seine Regentschaft hielt zwar nur wenige Augenblicke, machte ihn aber zum ersten Champion in der Geschichte des später vor allem von R-Truth geprägten Titels.
Mindestens genauso wichtig wurde mit den Jahren allerdings seine Arbeit außerhalb des Rings.
O’Neil engagiert sich seit Langem in verschiedenen sozialen Projekten und gründete die Bullard Family Foundation. Für sein Engagement erhielt er den Warrior Award, der im Rahmen der WWE Hall of Fame 2021 verliehen wurde. WWE bezeichnete ihn damals als einen der besonders philanthropisch engagierten Superstars in der Geschichte des Unternehmens.
Seine Bedeutung für WWE ließ sich deshalb schon länger kaum noch daran messen, wie häufig er in einem Wrestling-Ring stand.
Eine Rückkehr hatte Titus O’Neil trotzdem nicht ausgeschlossen
Ganz endgültig wollte O’Neil seine Karriere zuletzt allerdings ebenfalls nicht abhaken.
Noch 2025 erklärte er, grundsätzlich offen für einen weiteren WWE-Auftritt als Wrestler zu sein, sollte sich eine passende Gelegenheit ergeben. Gleichzeitig machte er deutlich, dass sein Schwerpunkt längst auf seiner Rolle als Botschafter und seiner Arbeit außerhalb des Rings liegt.
Ob sich diese Haltung inzwischen geändert hat, ist nicht bekannt.
Weder Titus O’Neil noch Robert Roode haben die aktuelle Änderung auf WWE.com bislang öffentlich kommentiert. Auch WWE hat keinen offiziellen Abschied oder Rücktritt der beiden verkündet.
Gleicher Bereich, völlig unterschiedliche Wege
Auf der WWE-Website stehen Robert Roode und Titus O’Neil jetzt am gleichen Ort. Ihre Wege dorthin könnten allerdings kaum unterschiedlicher sein.
Bei Roode sorgten schwere Nackenprobleme dafür, dass aus dem aktiven Wrestler nach und nach ein Producer hinter den Kulissen wurde. Bei O’Neil rückten dagegen schon lange vor einem möglichen offiziellen Karriereende seine Aufgaben als Repräsentant des Unternehmens und sein gesellschaftliches Engagement immer stärker in den Mittelpunkt.
Genau deshalb sagt der Begriff „WWE Alumni“ in diesem Fall weniger aus, als er zunächst vermuten lässt.
Die wahrscheinlich wichtigste Änderung findet sich lediglich auf der Website: WWE betrachtet Roode und O’Neil offenbar nicht mehr als Teil seines aktiven Wrestler-Rosters. Dass damit auch ihre Zeit bei WWE insgesamt beendet ist, lässt sich daraus derzeit nicht ableiten.
Bei Robert Roode spricht seine fortgesetzte Tätigkeit als Producer sogar klar dagegen. Und Titus O’Neil ist seit Jahren ein Beispiel dafür, dass eine WWE-Karriere auch lange nach dem letzten Match weitergehen kann.


