WrestleMania 42 Zuschauerzahlen: WWE feiert Rekorde, doch im Stadion gibt es ein Problem

Daniel
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© WWE / Netflix

WWE verkauft WrestleMania 42 als riesigen Erfolg. Und rein wirtschaftlich stimmt das wohl auch. Mehr als 106.000 Fans über zwei Abende, Rekordwerte bei Sponsoren, Merchandise, VIP-Angeboten und Social Media. Auf dem Papier sieht Las Vegas wieder nach ganz großem Business aus.

Doch genau hier wird es spannend. Denn während WWE die Erfolgszahlen feiert, zeigen die Zuschauerzahlen im Allegiant Stadium auch eine andere Wahrheit: Im Vergleich zum Vorjahr kamen deutlich weniger Fans zu WrestleMania.

So viele Zuschauer waren bei WrestleMania 42 wirklich im Stadion

WWE gab für den ersten Abend von WrestleMania 42 offiziell 50.816 Zuschauer bekannt. Für den zweiten Abend nannte John Cena als Host der Show 55.255 Zuschauer. Zusammen ergibt das 106.071 Fans, beziehungsweise 106.072, wenn man Cenas kleinen Gag rund um Bianca Belairs Baby-Enthüllung mitzählt.

Leer war das Allegiant Stadium damit natürlich nicht. WrestleMania blieb ein riesiges Event, das Fans aus allen 50 US-Bundesstaaten und aus mehr als 69 Ländern anzog. Trotzdem ist der Rückgang im Vergleich zu WrestleMania 41 auffällig. WWE hatte 2025 offiziell 61.467 Zuschauer am Samstag und 63.226 Zuschauer am Sonntag gemeldet. Das waren zusammen 124.693 Fans.

Der Unterschied ist deutlich: Am Samstag lag WrestleMania 42 nach den offiziellen Zahlen rund 17 Prozent unter dem Vorjahr, am Sonntag rund 13 Prozent.

Unabhängige Zahlen bestätigen den Rückgang

Interessant wird der Blick auf WrestleTix. Dort werden Ticketmaster-Sitzpläne ausgewertet, um einzuschätzen, wie viele Tickets verkauft oder ausgegeben wurden. Für WrestleMania 42 kam WrestleTix auf 50.081 Tickets am Samstag und 52.011 Tickets am Sonntag. Für WrestleMania 41 lagen die Werte bei 60.151 und 61.389.

Auch diese Zahlen zeigen also einen Rückgang von etwa 15 bis 17 Prozent. Dass die offiziellen WWE-Zahlen höher liegen, ist nicht automatisch verdächtig. WrestleTix zählt bestimmte Bereiche wie Logenplätze nicht vollständig mit, während WWE natürlich auch diese Gäste, Presseleute, Partner und weitere Kontingente in die offizielle Zahl einrechnen dürfte.

Trotzdem bleibt der Kern gleich: WrestleMania 42 war gut besucht, aber nicht so gut wie WrestleMania 41.

Warum WWE trotzdem von einem Mega-Erfolg spricht

Der Punkt ist: Zuschauerzahl und Umsatz sind nicht dasselbe. WWE teilte mit, WrestleMania 42 sei eines der umsatzstärksten Events der Unternehmensgeschichte gewesen. Genannt wurden Rekord- oder nahezu Rekordwerte bei Ticketverkäufen, Sponsoring, Merchandise, WWE World, On Location VIP-Erlebnissen und digitalen Inhalten.

Dazu kommt ein neuer Sponsoring-Rekord. Insgesamt hatte WWE bei WrestleMania 42 32 Marketingpartner, darunter Snickers, 2K, Riyadh Season, Ram, DoorDash, Wingstop und PepsiCo. Wer die Shows gesehen hat, dürfte das gespürt haben. Die starke Werbepräsenz war eines der Themen, über die Fans am Wochenende besonders diskutierten.

Auch digital lief das Wochenende stark. WWE meldete mehr als 1,3 Milliarden Aufrufe über alle Social-Media-Plattformen hinweg. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent gegenüber WrestleMania 41.

Weniger Fans, aber offenbar sehr viel Geld

Für WWE ist das ein wichtiger Unterschied. Selbst mit weniger Fans im Stadion kann ein Event finanziell stärker oder fast genauso stark sein, wenn Ticketpreise, VIP-Pakete, Sponsoring und Merchandise entsprechend hoch liegen.

WrestleMania 41 hatte laut den Referenzzahlen mit rund 66 Millionen US-Dollar an Ticketeinnahmen einen historischen Wert erreicht. Ob WrestleMania 42 trotz geringerer Besucherzahl daran herankommt oder ihn sogar übertrifft, wird sich erst mit genaueren Finanzdaten zeigen. Klar ist aber schon jetzt: WWE hat aus einem nicht ausverkauften Stadion trotzdem ein massives Business-Event gemacht.

Kevin Nash sieht ein Problem bei internationalen Fans

Eine mögliche Erklärung für den Rückgang lieferte Kevin Nash. Der ehemalige WWE-Star erklärte in seinem Podcast „Kliq This“, ihm sei am WrestleMania-Wochenende aufgefallen, dass deutlich weniger internationale Fans vor Ort gewesen seien als sonst. Besonders die sonst typischen Stimmen aus Ländern wie Großbritannien, Irland oder Australien habe er kaum wahrgenommen.

Nash brachte das unter anderem mit aktuellen Einreisebedingungen und Unsicherheiten bei Reisen in die USA in Verbindung. Ob das wirklich der Hauptgrund war, lässt sich nicht sicher belegen. Als Beobachtung passt es aber zu einem WrestleMania-Wochenende, das zwar groß wirkte, aber offenbar nicht dieselbe internationale Wucht hatte wie andere Ausgaben.

Auch bei WrestleCon habe Nash weniger Andrang gespürt als gewohnt. Er konnte sich nach eigener Aussage mehr Zeit für einzelne Fans nehmen, weil die langen Schlangen ausblieben.

WrestleMania 42 zeigt die neue WWE-Realität

Die Zahlen erzählen am Ende zwei Geschichten gleichzeitig. Die eine ist die offizielle WWE-Version: WrestleMania 42 war ein gigantisches Event mit starken Umsätzen, Rekord-Sponsoring, starken TV-Signalen und enormer digitaler Reichweite.

Die andere Geschichte ist weniger glänzend: Im Stadion kamen deutlich weniger Fans als im Vorjahr, die Ticketnachfrage war im Vorfeld ein Thema, und viele Fans störten sich an der starken Werbepräsenz während der Shows.

Beides kann gleichzeitig wahr sein.

WrestleMania 42 war kein Flop. Ganz sicher nicht. Aber es war auch nicht einfach nur der nächste ungebremste Zuschauerrekord. WWE hat gezeigt, dass man mit WrestleMania inzwischen weit mehr verdient als nur über volle Ränge.

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