Drew McIntyre

Daniel
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Diego Serrano, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Es gibt Karrieren im Wrestling, die nach Plan verlaufen.

Und dann gibt es die von Drew McIntyre.

Sein Weg ist kein gerader Aufstieg. Es ist ein Absturz, ein kompletter Neustart und am Ende eine Rückkehr, die größer ist als alles, was vorher da war.

McIntyre ist nicht einfach nur Champion geworden.
Er musste sich diesen Status zurückholen.

Früher Start und große Versprechen

Andrew McLean Galloway startet seine Karriere bereits 2001 in Großbritannien. Während viele Wrestler noch nach ihrer Rolle suchen, steht er schon im Ring und sammelt Erfahrung in Promotions wie ICW und BCW.

Früh wird klar, dass da mehr ist.

Größe, Präsenz, Intensität. McIntyre wirkt von Anfang an wie jemand, der für große Bühnen gemacht ist. Als er 2007 bei WWE unterschreibt, scheint der Weg vorgezeichnet.

Und dann kommt der Moment, der alles beschleunigt.

„The Chosen One“ und der schnelle Fall

2009 kehrt er als „The Chosen One“ ins WWE-TV zurück. Persönlich von Vince McMahon präsentiert, wird McIntyre als zukünftiger Topstar aufgebaut.

Er gewinnt den Intercontinental Championship und später auch die Tag Team Titel.

Alles läuft nach Plan.

Bis es das plötzlich nicht mehr tut.

Der Push verpufft. McIntyre rutscht immer weiter nach unten. Vom Hoffnungsträger zum Undercard-Wrestler. Aus dem „Auserwählten“ wird jemand, den kaum noch jemand auf dem Zettel hat.

2014 folgt die Entlassung.

Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte.

Der Neustart verändert alles

Statt zu verschwinden, geht McIntyre zurück auf die Independent-Szene. Wieder als Drew Galloway.

Und diesmal ist alles anders.

Er ist größer. Muskulöser. Intensiver. Vor allem aber hungriger.

Er arbeitet sich durch Promotions auf der ganzen Welt, gewinnt Titel in ICW, wird Champion bei Total Nonstop Action Wrestling und sammelt auch bei Evolve große Erfolge.

Diese Phase verändert ihn komplett.

Aus einem Talent wird ein fertiger Main Eventer.

Die Rückkehr zur WWE ohne Zweifel

2017 kehrt McIntyre zur WWE zurück. Erst bei NXT. Und sofort wird klar, dass das nicht mehr derselbe Wrestler wie früher ist.

Er gewinnt den NXT Championship und wirkt wie jemand, der genau weiß, was er will.

Als er 2018 ins Main Roster zurückkehrt, beginnt der eigentliche Aufstieg.

Er gewinnt Titel, etabliert sich als dominanter Gegner und arbeitet sich Stück für Stück nach oben.

Und dann kommt der Moment, der alles verändert.

WrestleMania und der endgültige Durchbruch

2020 gewinnt McIntyre den Royal Rumble.

Ein Statement.

Im Main Event von WrestleMania 36 besiegt er Brock Lesnar und wird WWE Champion.

Der Moment, auf den er jahrelang hingearbeitet hat.

Ohne Crowd. Ohne großen Jubel. Und trotzdem fühlt es sich riesig an.

Weil jeder weiß, was hinter diesem Sieg steckt.

Titel, Druck und der Weg an die Spitze

Nach seinem ersten großen Triumph bleibt McIntyre an der Spitze.

Er gewinnt weitere WWE Championships, sichert sich den Money in the Bank Koffer und holt schließlich den World Heavyweight Championship bei WrestleMania XL.

Dazu kommen Tag Team Titel und zahlreiche große Matches.

Doch bei ihm geht es nie nur um Titel.

Es geht darum, sich immer wieder zu beweisen.

Warum Drew McIntyre heute besser denn je ist

McIntyre steht für etwas, das im Wrestling selten geworden ist: Entwicklung.

Er war schon ganz oben, ist gefallen und hat sich selbst neu aufgebaut. Ohne Abkürzung. Ohne Garantie.

Seine Matches sind hart, direkt und kraftvoll. Sein Claymore Kick kommt aus dem Nichts und beendet alles innerhalb eines Augenblicks. Aber das Entscheidende ist etwas anderes: Man glaubt ihm.

Jede Promo. Jeder Blick. Jede Bewegung.

Weil hinter der Figur eine echte Geschichte steckt.

Und genau deshalb funktioniert Drew McIntyre heute besser denn je.

Oder anders gesagt: Er war der Auserwählte.
Zur Legende wurde er erst, als er alles verloren hatte.

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